Pimp my Daily Standup

Das Daily bei euch im Team läuft nicht nicht ganz so wie du es dir vorstellst? Viel Geschwafel und wenig Ergebnisse? In diesem Artikel geht es um Tipps, um das Daily zu pimpen.

Und täglich grüßt das Murmeltier.

Jeden Tag um die gleiche Zeit tritt das Team zum Daily Standup an. Das tägliche Ritual kann bei einer sinnvollen Durchführung ein wertvolles Werkzeug sein, das die Kommunikation im Team verbessert und zu dessen Erfolg bei der Erreichung gemeinsamer Ziele beiträgt. Immerhin kommt es dafür oft einfach darauf an, dass man Gelegenheiten schafft.

In der Praxis wird der Zweck der Daily Standups aber leicht verfehlt: zu viel Geschwafel und zu wenig Substanz.

Wenn sich das Daily zu einem zeitfressenden Monster entwickelt und die Menschen darin nur zur Schau stellen wie beschäftigt sie doch sind oder einzelne Personen sich gelangweilt in ihren Stühlen lümmeln, während andere Personen endlose Monologe halten, dann wird es Zeit sich Fragen zu stellen.

Zum Beispiel darüber, wieso ihr dieses Meeting überhaupt veranstaltet.

„Wozu, zum Henker, machen wir dieses Meeting eigentlich?“

Bevor ich nun aber weiter darüber aushole, was beim Daily alles schief laufen kann, möchte ich mich heute dem Thema eher von der Seite nähern woran ich denn eigentlich ein gutes Daily erkennen würde.

Dazu fielen mir direkt ein paar Beispiele ein:

  • Wenn ich erfahre, dass jemand eine Aufgabe abgeschlossen hat, die unser Team näher an das Erreichen unserer Ziele bringt.
  • Wenn wir als Team merken, dass wir unseren Fokus besser auf andere Aufgaben konzentrieren sollten, die sich besser mit unseren Prioritäten decken.
  • Wenn ich erfahre, dass jemand an einer Aufgabe festhängt und Hilfe dabei gebrauchen könnte. Oder umgekehrt: wenn ich an einer Aufgabe festhänge und erfahre, dass jemand sich genau in diesem Bereich auskennt und mir helfen kann.
  • Wenn sich aufgrund der Gespräche nach dem Daily kleine oder große Runden von Teammitgliedern zusammen finden, um detaillierter über einzelne Themen zu sprechen oder aktiv an etwas zusammen zu arbeiten.

Generell lässt sich festhalten: ein gutes Daily erkennt man daran, dass Infos ausgetauscht werden, die für alle Teammitglieder relevant sind und dabei Gelegenheiten entstehen, das Team näher an ihre Ziele zu bringen.

Ein gutes Daily erkennt man daran, dass Infos ausgetauscht werden, die für alle Teammitglieder relevant sind und dabei Gelegenheiten entstehen, das Team näher an ihre Ziele bringen. Klick um zu Tweeten

Und daraus leite ich die folgenden Tipps für (aus meiner Sicht) bessere Daily Standups ab:

  1. Teile Erfolge (auch die ganz Kleinen) mit deinem Team!
    Das ist nämlich motivierend für alle und außerdem konzentrieren wir uns im Alltag doch schon oft genug auf das, was noch vor uns liegt und alles nicht klappt.
  2. Nutze das Daily, um nicht unnötig lange im eigenen Saft zu schmoren.
    Wenn du mit irgendetwas kämpfst und Hilfe brauchst, sprich es an!
    Wann sonst ist die Gelegenheit, dass alle Teammitglieder im Raum sind und ein offenes Ohr für deine Probleme haben?
  3. Setze den Fokus auf das, was für die Koordination im Team erforderlich ist.
    Klar ist es für die Teambildung ganz cool, hin und wieder über Themen zu sprechen, die mit der Arbeit nichts zu tun haben. Und deine fußballbegeisterten Kollegen sind sicher auch an deiner Meinung über das Spiel des letzten Abends interessiert.
    Versuche aber trotzdem den Fokus auf das zu legen, was für die Koordination im gesamten Team wichtig ist – und für andere Gespräche ist ja auch vor oder nach dem Daily noch Zeit!
  4. Sieh das Daily als Chance um Gelegenheiten für weiterführende Gespräche zu schaffen.
    Dieser Punkt ist eng verwandt mit dem vorherigen Punkt.
    Denn auch bei arbeitsrelevanten Themen ist die Versuchung groß Details direkt im Daily zu klären oder Details deiner Arbeit zu erklären. Das zieht das Daily aber in die Länge und führt dazu, dass die Menschen in deinem Team früher oder später nicht mehr ganz bei der Sache sind.
  5. Benutze das Daily nicht, um deine Existenz zu rechtfertigen.
    Eigentlich interessiert es kein Schwein, ob du beschäftigt genug bist.
    Im Daily geht es nicht um Rechtfertigung sondern um Schwung nach vorne. Zwar ist es für das Team interessant, an welchen Themen du gerade arbeitest und ob es Berührungspunkte gibt, aber deine ToDo-Liste runterrasseln ist selten für alle interessant.

Du fragst dich, warum sich meine Tipps eher an die einzelnen Teilnehmer als beispielsweise den Scrum Master richten?

Das liegt ganz einfach daran, dass jeder im Team dazu beitragen kann, dass die Zusammenarbeit im Team fluppt – und das Daily kann dazu in erheblichem Maße beitragen.

Übrigens: die Idee für diesen Artikel kam mir, weil einer meiner Kollegen bei der Metronom darüber einen Artikel im Firmenblog geschrieben hat („Daily routines – the standup meeting“), der vielleicht auch für euch interessant sein könnte. Und das führt mich zum letzten und vielleicht wichtigsten Tipp, den ich euch geben kann:

Schaut euch an, wie das Daily bei euch im Team läuft und ob man daran etwas verändern könnte – und dann probiert es doch mal aus.


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