Definition of Done: Gemeinsame Erwartungen abgleichen

Was passiert, wenn eine Gruppe von sehr unterschiedlichen Menschen ein Boot baut? Wenn zwar regelmäßig Abstimmungen zwischen den Teammitgliedern stattfinden, aber jeder für sich an seinem individuellen Beitrag zum Boot arbeitet – die Materialien auswählt, sägt, schraubt und lackiert. Kann daraus ein kohärentes Ganzes entstehen?

Unterschiedliche Vorstellungen – gemeinsames Ergebnis

Jeder Mensch geht mit individuellen Vorstellungen an das Endergebnis. Vermutlich hat jeder einen hohen Anspruch, aber auch eine ganz eigene Vorstellung davon, wie die Einzelteile dafür beschaffen sein müssen und mit welchen Mitteln das Ergebnis zu erreichen ist.

Wenn es – wie in agilen Projekten oft der Fall – zu Beginn keinen fertigen Bauplan beziehungsweise ein allumfassendes Konzept gibt, ist es um so wichtiger, sich im Team über zu erreichende Qualitätsmerkmale einig zu werden. Die Definition of Done ist das Ergebnis dieser Abstimmung.

Dabei handelt es sich um eine Art Checkliste, welche Kriterien die Arbeitsergebnisse erfüllen müssen, um als fertig betrachtet werden zu können.

Wie entsteht eine Definition of Done?

Wenn das Boot nicht gerade wegen der Freude am Bauen gebaut wird, dann gibt es in der Regel einen Auftraggeber, dessen Anforderungen zur Orientierung dienen können. Allerdings ist die Definition of Done kein Pflichtenheft oder Ähnliches, wird also nicht vom Auftraggeber vorgegeben, sondern vom Team erarbeitet. Das kann es beispielsweise in einem Workshop tun, bei dem es sich Fragen wie die Folgenden stellt:

  • Welche Erwartungen hat der Auftraggeber an das Endergebnis?

  • Was müssen wir auf jeden Fall tun, um diese zu erfüllen?

  • Welche Qualitätskriterien müssen erfüllt sein?

  • Was erwarten wir als Team, um mit dem Ergebnis zufrieden zu sein?

Oft existiert in den Köpfen der Teammitglieder schon eine klare Vorstellung von dem, was man von der eigenen Arbeit und der seiner Teammitglieder erwartet.

Bei der Definition of Done geht es darum, diese Erwartungen explizit zu machen. Im Ergebnis sollte ein Dokument rausfallen, an dem man sich bei der Arbeit lang hangeln kann, um seine eigene Arbeit zu überprüfen.

Schließlich will am Ende ja niemand Schiffbruch erleiden oder sich der Frage stellen, wieso man dies und das nicht gemacht hat, obwohl es doch eigentlich hätte klar sein müssen, dass das nötig ist.

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