Was ist eigentlich ein Sprint?

In diesem Artikel wird erläutert was es mit dem Sprint auf sich hat und dass es eher um Rhytmus und zielgerichtetes Arbeiten als um Geschwindigkeit geht.

Der Sprint ist ein ziemlich elementarer Teil von Scrum, aber das Konzept ist auch in anderen Methoden wie dem Xtreme Programming bekannt.

Ein Projekt im Projekt: aber mit fester Dauer

Die Idee ist, die Arbeit an einem Produkt oder Projekt in kurze, aufeinanderfolgende Zyklen oder Iterationen einzuteilen, wobei jeder dieser Zyklen die Erreichung eines zuvor festglegten Ergebnisses zum Ziel hat. Insofern kann jeder Sprint als ein Mini-Projekt verstanden werden, wobei die Dauer eines Sprint aber im Vorfeld festgelegt wird und in der Regel konstant bleibt, während der Scope an die Dauer des Sprints angepasst wird.

Das Ziel des Sprints besteht hauptsächlich in Fokussierung und Risikobegrenzung.


Am Ende eines jeden Sprints werden dafür sowohl das Ergebnis (im Review-Meeting) als auch der Prozess und die Zusammenarbeit (Retrospektive) unter die Lupe genommen, sodass auf Probleme oder veränderte Bedingungen zeitnah reagiert werden kann.

Planen, loslaufen, inspizieren

Innerhalb des Sprints darf dagegen zwar (aufgrund neuer Erkenntnisse) der Scope zwischen dem Product Owner und dem Team neu ausgehandelt werden, dabei aber keine Änderung erfolgen, die das Sprintziel gefährden könnte.

Letztlich geht es bei der Wahl der Sprintlänge also hauptsächlich um das benötigte Maß an Flexibilität beziehungsweise darum wieviel Risiko man in Kauf nehmen will. Da die verschiedenen Events innerhalb des Sprints natürlich eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen (auch wenn diese theoretisch an die Dauer des Sprints gekoppelt ist), kommt man um eine Abwägung gegen den resultierenden Overhead aber wohl kaum herum.

Soweit bekannt landen die meisten Teams bei einer Sprintlänge von zwei Wochen, wobei die maximale Sprintlänge bei Scrum auf die Dauer von maximal einem Monat festgelegt ist.

Im Scrum-Guide werden dafür die folgenden Gründe genannt:

  1. Das Risiko und Komplexität werden bei einem Planungshorizont von mehr als einem Monat kaum noch handhabbar sein.

  2. Die Sprintlänge stellt sicher, dass wenigstens einmal pro Kalendermonat der Fortschritt begutachtet wird und gegebenenfalls notwendige Anpassung erfolgen.

  3. Das finanzielle Risiko wird auf die Kosten für einen Monat begrenzt.

Sprints schaffen Rhytmus und sollten nicht zur Verausgabung führen

Ein wichtiger Punkt ist, dass es bei Sprints nicht primär um Geschwindigkeit geht, auch wenn das der Begriff suggerieren mag. Denn bei Agilität im Allgemeinen geht es letztlich auch darum, dass in einem Tempo gearbeitet wird, das auf unbestimmte Zeit gehalten werden kann.

Eher schaffen die Sprints Rhytmus, begrenzen das Risiko und „zwingen“ dazu immer wieder darüber nachzudenken, was tatsächlich gerade wichtig ist.

Die Geschwindigkeit kann dabei ein gewünschter Nebeneffekt sein, der aber nur erzielt wird, wenn der Sprint von entsprechenden Maßnahmen flankiert wird, um den Scope der Sprints zu managen und eben auch an der Zusammenarbeit im Team gearbeitet wird.

Letztlich gilt: Die Kunst die Menge nicht getaner Arbeit zu maximieren ist essenziell.

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