Meine und deine Realität

Im heutigen Artikel geht es um ein paar Gedanken, auf die mich ein Abend beim agilen Stammtisch in Düsseldorf gebracht hat: Können wir Leuten aus anderen Bereichen Ratschläge zu ihrer Arbeitsweise erteilen? Und sind wir vielleicht manchmal ohnehin etwas vorschnell mit guten Ratschlägen?

Gestern war ich auf einem Meetup zum Thema Agilität und dort hat jemand einen interessanten Punkt aufgebracht: er fände es übergriffig anderen beruflichen Professionen (zum Beispiel dem Vertrieb) Ratschläge in Puncto agiler Arbeitsweise zu geben, wenn wir (wie in dieser Runde) eher einen IT-Background haben.

Das hat mich etwas zum Nachdenken gebracht.


In diesem Blog versuche ich beispielsweise von Anfang an den Spagat, zwar meine Erfahrungen und meine Perspektive zu schildern, aber wenn möglich auch Inhalte zu vermitteln, die außerhalb der IT-Branche relevant sein könnten. Im Kern halte ich viele der Ideen einer agilen Arbeitsweise nämlich für relativ universell anwendbar, auch wenn es in der konkreten Praxis – welche Methoden und Praktiken ich daraus ableite – natürlich Unterschiede geben wird und geben muss.

Ganz konkret bedeutet das, dass ich aus meiner Perspektive nicht sagen kann: das sind die Methoden und die müsst ihr jetzt auch im Vertrieb, im Marketing und im Management anwenden.

Aber kann ich das denn in meinem eigenen Bereich?

Selbst wenn ich mich an meine Kollegen in der IT-Branche richte, kann ich realistisch betrachtet nur versuchen, mein Verständnis von den zugrundeliegenden Ideen zu vermitteln und dazu anregen, in der Praxis die Methoden auszuprobieren, die für die eigene Situation angemessen erscheinen. Eben aus der Einsicht heraus, dass es die eine, für alle passende Methode in der Realität gar nicht gibt.

Schließlich geht es bei agilem Arbeiten doch gerade darum, die zur jeweiligen Realität passende Arbeitsweise zu erschließen, oder?

Das führt mich zu dem Gedanken, ob wir nicht manchmal tatsächlich etwas vorschnell mit vermeintlich guten Ratschlägen sind und die eingangs erwähnte Person demnach Recht hat. Ganz allgemein eben – nicht nur wenn wir gerade dabei sind einem Vertriebler zu erzählen wie er seinen Job zu machen hat oder uns darüber brüskieren, dass irgendwer den Begriff „agil“ in unseren Augen falsch verwendet.

Einfach mal zuhören und versuchen den Standpunkt des Anderen zu verstehen und aus dieser Position heraus unsere Perspektive und Erfahrung beisteuern – das widerrum können wir tun und dabei vielleicht sogar noch etwas Neues lernen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen