Was bringen Retrospektiven Eigentlich?

Über Retrospektiven hab ich an der ein oder anderen Stelle schon öfter gesprochen, warum ich sie sinnvoll finde und sie aus meiner Sicht als produktive Zeit gesehen werden sollen, aber in diesem Artikel soll es um einen ganz konkreten Teilaspekt gehen:

Welche Ergebnisse bringt eine Retrospektive eigentlich?

Ein typisches Ergebnis sind die ein- oder anderen Aha-Effekte im Team, aber das lässt sich später oft gar nicht mehr so leicht in Worte fassen oder überprüfen.

Tatsächlich sollte eine Retrospektive aber in greif- und vor allem überprüfbare Ziele resultieren. Dabei können raus kommen:

  • neue Working Agreements, also Regeln auf die sich das Team committed und die man entsprechend irgendwo dokumentieren kann

  • eine bestimmte Aufgabe, die im nächsten Sprint, bis zur nächsten Retrospektive oder einem beliebigen anderen Zeitfenster erledigt werden kann

  • ein Experiment (zum Beispiel eine neue Praktik), das man eine Zeit lang ausprobieren kann

Ideal ist natürlich, wenn die Resultate SMART sind, also: spezifisch, messbar, ansprechend, realistisch und terminiert.

Langfristig kann sich dabei die Zusammenarbeit im Team, die Kommunikationskultur und vielleicht auch das Vertrauen untereinander verbessern.

Zu den Aha-Effekten gehören so Sachen wie:

  • Teammitglieder werden sich bestimmter Probleme und Ursachen oder aber auch Fähigkeiten erstmals bewusst

  • das Team bekommt ein Gefühl für die Stimmung im Team

  • Ein Teammitglied bemerkt, dass andere im Team ähnliche Probleme wie sie sehen und dass es dafür auch Lösungsansätze gibt.

Bestenfalls handelt es sich bei den Aha-Effekten um tiefergehende Erkenntnisse. Deshalb sind diese Aha-Effekte sehr wichtig und man sollte bei der Gestaltung einer Retrospektive großen Wert drauf legen, dass nicht nur an der Oberfläche gekratzt wird.

Aber natürlich gehören zu den Aha-Effekten auch Feststellungen zum Prozess Retrospektive selbst, etwa dass dieser eine sehr haptische Angelegenheit ist. 😉

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2 Gedanken zu „Was bringen Retrospektiven Eigentlich?

  • 10. Mai 2017 um 11:47
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    Die Argumente kannn ich gut nachvollziehen! Bei der Sprint Retrospektive muss ich aus deinen genannten Gründen immer an die Reflexionsrunden in unseren Seminaren denken. Ziel dabei ist es zwar auch die Strategien und Arbeitsweisen zu optimieren, aber oft findet dabei auch eine effiziente Selbstreflexion der Teilnehmer statt. Talente und Schwächen werden entdeckt. Solche Erkenntnissen können sich ebenfalls positiv auf das Teamwork auswirken.

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    • 14. Mai 2017 um 21:03
      Permalink

      Ja, die Strategien und Arbeitsweisen zu optimieren ist letztlich auch Ziel einer Retrospektive. Das hängt eben zusammen: ohne Talente und Schwächen zu entdecken, kann schwerlich etwas verbessert werden. Was sollte man denn verbessern? Und vor allem wie, wenn man sich vorhandener Ressourcen nicht bewusst ist.

      Antwort

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