Dot Voting: Priorisieren und Einschränken von Optionen

Weil es bei der Lösungsfindung in Gruppen gerade nicht darum geht, das Gleiche wie immer zu tun und trotzdem ein anderes Ergebnis zu erwarten, besteht ein Teil des Vorgehens darin möglichst viele Ideen zu generieren. Irgendwann muss man die Optionen jedoch priorisieren und dabei kann Dot Voting helfen.

Eine Gruppe von Menschen sammelt, beispielsweise mittels Brainstorming oder Brainwriting, eine große Anzahl Ideen. Derartige Heuristiken sind nötig und sinnvoll, um Denkblockaden aufzulösen und so zu besseren Ergebnissen zu gelangen. Deshalb ist es auch eine sehr übliche Aktivität in Retrospektiven oder auch bei Meetings im „Lean Coffee“-Stil.

Irgendwann muss man sich aber auf eine gewisse Anzahl von Optionen einschränken.

Auch das dient einem Zweck, nämlich zu den erfolgsversprechendsten und für die Gruppe interessantesten Themen zu gelangen. Diesen kann man sich dann im Detail widmen, vielleicht zu noch erfolgsversprechenderen Möglichkeiten verfeinern und vielleicht auch als nächsten Schritt auswählen.

„Der beste Weg, gute Ideen zu erhalten, besteht darin, möglichst viele Ideen zu entwickeln“ (Linus Pauling, Nobelpreisträger Chemie)

Das Dot Voting hilft dabei vor allem beim Priorisieren von Optionen. In Retrospektiven leistet das beispielsweise gute Dienste, um mit der Gruppe zu entscheiden, welche Maßnahmen man als Erstes angeht.

Wie funktioniert’s?

Nachdem eine Menge von Optionen oder Vorschlägen generiert wurde und vielleicht per Cluster zusammengefasst wurden, werden die Optionen aufgelistet und zum Voting freigegeben.

Dabei nutzt man beispielsweise eine bestimmte Anzahl Klebepunkte pro Person, die jeder auf die jeweilige Option kleben kann. Alternativ kann auch einfach ein Punkt mit einem Stift aufgemalt werden.

Wenn alle abgestimmt haben, wird die Anzahl der jeweiligen Stimmen ausgewertet.

Vor- und Nachteile

Die Möglichkeit bringt einen ziemlich schnell zu einer Gewichtung von vielen Optionen. Gerade in Retrospektiven, wo man letztlich von einer großen Menge Möglichkeiten zu ein paar durchführbaren Aktionen gelangen will, ist das hilfreich.

Zu bedenken ist, dass es sich um ein offenes Abstimmverfahren handelt und demnach das Risiko von Anker- und/oder Mitläufereffekten besteht. Das Verfahren sollte also wohl nicht gerade für jede Art von Entscheidung gewählt werden und es kann hilfreich sein, eine Entscheidung mit anderen Methoden etwa dem letztens erwähnten Thumbvoting abzusichern.

So oder so: ein Werkzeug, dass man im Werkzeugkoffer haben sollte, um sie nach Bedarf anwenden zu können.

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