Konsent-Entscheidungen: Mit Thumbvoting schneller zu Entscheidungen

Manchmal bemühen wir uns um Konsens für eine Entscheidung und kommen deshalb nie oder nur sehr schleppend zum Ziel. Auch wenn die Suche nach dem allgemeinen Konsens in einigen Fällen Sinn machen kann, ist das in der Regel mit langen Diskussionen verbunden. Eine Alternative stellt der Konsententscheid dar, zum Beispiel mittels Thumbvoting.

Wie kommt man in (auch größeren) Gruppen schnell zu Entscheidungen und erfährt trotzdem von schwerwiegenden Bedenken?

Eine mögliche Vorgehensweise dazu ist das Thumb Voting, auch Roman Vote genannt, das auf dem Prinzip des Konsententscheid basiert. Dabei ist das Ziel weniger der allgemeine Konsens als viel mehr eine Entscheidung, die von der Mehrheit akzeptiert oder zumindest toleriert wird und gegen die es keine schwerwiegenden Einwände gibt.

Und das geht so:

Schritt 1: Die Option vorstellen

Einer stellt eine Option zur Abstimmung, beispielsweise nachdem ein Thema in einer offenen Diskussion erläutert wurde. Der Abstimmungsgegenstand sollte eine konkrete Option sein, der man zustimmen oder die man ablehnen kann.

Schritt 2: Abstimmung mit dem Daumen

Die Teilnehmer sollen dann mittels Daumen über die Option abstimmen. Dabei gibt es die folgenden Möglichkeiten:

  • Daumen hoch: Ich bin mit der Option einverstanden.

  • Daumen zur Seite: Ich find’s nicht gut, aber trage die Entscheidung mit beziehungsweise „die Option liegt in meinem Toleranzbereich“

  • Daumen nach unten: Ich habe ein Veto, über das ich gerne sprechen möchte.

Ein wichtiger Aspekt ist übrigens, dass es keine Enthaltung gibt. Den Daumen zur Seite bedeutet nicht „mir ist es egal“ sondern eben sowas wie „Ich würde eine andere Option bevorzugen, aber das ist für mich okay“.

Zur Vermeidung von Ankereffekten also unbewusster Beeinflussung sollte die Abstimmung möglichst zeitgleich, zum Beispiel durch Anzählen erfolgen.

Schritt 3: Ergebnis auswerten und Vetos diskutieren

Wenn alle Daumen nach oben oder zur Seite zeigen, ist die Option beschlossen.

Ansonsten gilt es, die Gründe hinter den Vetos zu erfragen – dabei ist eine schlüssige Begründung für das Veto gefordert; ein einfaches „Nein, das gefällt mir nicht“ reicht nicht.

Mögliche Erweiterungen:

Je nach Tragweite der Entscheidung kann es sinnvoll sein, weitere Bedingungen für ein Veto zu definieren. Etwa, könnte das Mitwirken an Alternativen bei der Abgabe eines Vetos zur Bedingung erklärt werden. Oder das Veto für wirklich schwerwiegende Bedenken vorbehalten werden.

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