#Visual: Was bedeuten Kontextwechsel für die Produktivität?

In einem meiner letzten Beiträge habe ich vor allem über die psychischen beziehungsweise gesundheitlichen Aspekte von Unterbrechungen geschrieben.

Nur sind das Problem ja nicht einzelne Kollegen sondern das Problem hat üblicherweise systemische Hintergründe. In den allermeisten Fällen stehen die Unterbrechungen nämlich damit im Zusammenhang, dass Mitarbeiter immer wieder in mehreren Projekten gleichzeitig eingespannt werden. Was bedeutet das für die Produktivität?

Die Antwort ist simpel: Durch mehrere gleichzeitige Projekte wird die Produktivität erheblich beeinträchtigt. Einige Wissenschaftler nehmen sogar an, dass Multitasking Menschen im wahrsten Sinne des Wortes dümmer macht – möglicherweise dauerhaft, wie Studien nahelegen.

So oder so geht viel Zeit verloren. Das Problem durch Kontextwechsel ist so gravierend, dass schon bei drei gleichzeitigen Projekten mehr Zeit für Kontextwechsel drauf geht als für die einzelnen Projekte zur Verfügung steht.

Die nachfolgende Grafik veranschaulicht das Problem:

Das hängt unter anderem damit zusammen, dass wir bei komplexen Arbeiten relativ viele Dinge im Kurzzeitgedächtnis (Working Memory) behalten – und diese Informationen bereits durch eine Unterbrechung von nur 30 Sekunden verloren gehen können – sodass sie neu erarbeitet werden müssen.

Nur mal schnell eine Frage zu einem anderen Projekt durch einen Kollegen kann so die Arbeit von 15 bis 30 Minuten zunichte machen.

Wieviel Zeit tatsächlich verloren geht, hängt natürlich von vielen verschiedenen Faktoren ab und kann nicht pauschal beziffert werden. Als Annäherung dürfte die der obigen Grafik zugrundeliegende Daumenregel von Gerald Weinberg aber gut hin kommen:

Pro zusätzlichem Projekt fallen 20% für Kontextwechsel an.

Die obige Grafik stelle ich als PDF-Download zur Verfügung, die nach Belieben geteilt, gedruckt und aufgehängt werden darf:

Kontextwechsel und Produktivität (PDF-Download)

Übrigens: Inspiriert hat mich dazu das Projekt Wall-Skills.com von Roland Wolters (einem Freund und ehemaligen Arbeitskollegen) und Corinna Baldauf. Dort gibt es eine ganze Menge 1-pagers mit Wissen zum Aufhängen – hauptsächlich über agile Themen. Meiner Meinung nach eine sehr gute Sache.

Ein Gedanke zu „#Visual: Was bedeuten Kontextwechsel für die Produktivität?

  • 21. April 2018 um 12:12
    Permalink

    Vielen Dank für deinen schönen Text. Er entspricht so sehr dem was ich auch schon erlebt habe.
    Persönlichkeitsentwicklung ist ein ständiger Prozess. Wer sich dafür interessiert lässt sich sehr schnell im Angebotsüberfluss verlieren. Und selbst wenn ein Ziel erreicht ruft doch gleich das nächste.

    Antwort

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